10. Juni 2017

Die Reckenfelder Freilichtbühne bringt am 17. Juni erstmals die Komödie „Zum Sterben schön“ auf die Bühne – „großartige Unterhaltung für die ganze Familie mit viel britischem Humor, der auch mal böse sein darf“, wie die beiden Regisseure sagen.

Wie passen trockener, britischer Humor und das ernste Thema Tod zusammen? Ganz prima sogar, wie das Musical unter Beweis stellt, das die Münsterländische Freilichtbühne in diesem Sommer zeigt. „Zum Sterben schön“ heißt die Komödie, die auf dem Kino-Hit „Grabgeflüster – Liebe versetzt Särge“ basiert und in Reckenfeld für zwölf amüsante Abende sorgen soll. Premiere ist am 17. Juni (Samstag) um 20.30 Uhr – große Gefühle inklusive.

Zum Sterben schön

 

Boris liebt Betty …

Erzählt wird die Geschichte des Leichenbestatters und Hobbytänzers Boris Plots, der seit seiner Schulzeit in die schöne Betty Ryhs-Jones verliebt ist. Diese führt jedoch eine (wenn auch unglückliche) Ehe mit dem Bürgermeister Hugh Ryhs-Jones, der sie heimlich mit seiner Sekretärin betrügt.

Durch einen Zwischenfall trifft Betty auf Boris – ihre Schwiegermutter stirbt und sie muss sich um die Beerdigung kümmern. Dabei entfacht die Liebe alter Zeiten. Um seine Angebetete aus den Fängen ihres untreuen Ehemanns zu befreien, schmiedet der Bestatter einen gewitzten Plan: Er will Bettys Tod vortäuschen, um mit ihr auf Tahiti ein neues Leben zu beginnen. Dabei kommt ihm allerdings Frank Featherbed, ein amerikanischer Mitbewerber, der den Markt mit Event-Beerdigungen aufzumischen versucht, auf die Schliche.

 

Großartige Unterhaltung mit viel britischem Humor

Viola Niepel und Patric Sohrt, die für die Inszenierung an der Freilichtbühne verantwortlich sind, beschreiben das Musical aus der Feder von Wolfgang Adenberg (Texte) und Marc Schubring (Musik) als „großartige Unterhaltung für die ganze Familie mit viel britischem Humor, der auch mal böse sein darf“. Der funktioniert, wie die beiden Regisseure finden, auch auf einer deutschen Bühne. „Sogar sehr gut“, betont Niepel. Und wie passen nun Humor und Tod zusammen? Ganz einfach: Indem das Tabuthema überspitzt dargestellt wird, wie Sohrt erklärt. „Der Tod wird als das genommen, was er ist – er gehört zum Leben dazu. Gleichzeitig sollte man alles mit einem gewissen Augenzwinkern betrachten.“ Außerdem geht es gefühlsmäßig nicht nur in eine Richtung, sondern in ganz viele verschiedene. Denn das Stück lädt sowohl zum Lachen, als auch zum Weinen und ebenso zum Genießen ein. „Die schwere Thematik erfährt dadurch auf ganz bezaubernde Weise eine spürbare Leichtigkeit“, erklärt der Regisseur.“

Auch wenn „Zum Sterben schön“ vom Inhalt her sehr britisch ist, gesprochen und gesungen wird natürlich auf Deutsch. „Die Lieder sind echte Ohrwürmer, die Melodien und Texte bleiben hängen“, verspricht Sohrt. Die Bandbreite reicht dabei von sehr gefühlvollen Titeln bis hin zu großen Showsongs mit britischem Esprit, Charme und Humor. Diese bunte Mischung mache, so die beiden Regisseure, den großen Reiz des Stückes aus.

 

Aufwendige Proben an der Freilichtbühne Reckenfeld

Die große Herausforderung bei der Umsetzung ist, alles unter einen Hut und in harmonischen Einklang zu bekommen – Text und Tanz. „Dies erfordert viel szenische, musikalische sowie choreographische Proben“, erklärt Niepel. „Teilweise haben sich alle Akteure bis zu vier- bis fünfmal die Woche an der Bühne getroffen“, informiert Sohrt.

Auch hinter den Kulissen wurde fleißig für „Zum Sterben schön“ gearbeitet. Unter anderem haben die Bühnenbauer drei große Drehbühnen konstruiert. „Eine Wahnsinnsleistung“, findet das Regie-Duo, das auch ein dickes Lob an die Schneiderei schickt. „Die Kostüme sind traumhaft.“

In erster Line allerdings lebt „Zum Sterben schön“ vom bösen, britischen Humor. „Aber keine Sorge“, betont Sohrt. „Die Zuschauer werden das Stück lebend und lachend verlassen.“

Quelle: WN.de