Was hat Feueraustreten mit Bauchtanz zu tun? Und warum sollte man Pflegeanleitungen auf den Körper tätowieren? Wer auf solche Fragen höchst amüsante Antworten wollte, der war beim Frauenkabarett „Ditutnix“ auf der Freilichtbühne gerade richtig.

Wenn man lacht, verliert man wohl das Zeitgefühl. Es ist 22.30 Uhr. Im Publikum sitzen überwiegend weibliche Zuschauer, nur wenige Männer sind da. Man mag kaum glauben wie spät es bereits ist. Alle haben ihren Spaß, Lachtränen kullern bei vielen über die Wangen. „As times goes vorbei“ – mit ihrem aktuellen Programm nimmt „Dietutnix“ das Publikum auf der Reckenfelder Freilichtbühne an zwei Abenden mit auf eine Zeitreise.

Es geht über die Steinzeit bis ins aktuelle Jahrhundert. Am Schluss will der Applaus nicht enden. Also bleibt den Fünfen auf der Bühne nichts anderes übrig, als die gewünschten Zugaben zu geben.

Warum mehr Frauen als Männer tanzen, liegt ganz einfach daran, dass die Frauen in der Steinzeit das Feuer hüten mussten. „Wenn man umzog und kein Wasser zum Löschen da war, musste das Feuer eben ausgetreten werden“, erklärt Ingrid Helmer . Da Frauen kreativ sind, entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte aus dem „Feueraustrittschritt“ der Bauchtanz , der Reigen, das Ballett und der Walzer, bei dem man auf Tuchfühlung mit dem Partner ging. „Das war der Vorläufer für das, was später auf der Rückbank des VW Käfer abging“.

Dem Stepptanz folgt der Charleston, den Ingrid Helmer aufs „Parkett“ legt und damit fast nicht mehr aufhören kann. Da Tanz und Mode zusammen gehören, wird zur Modenschau über die Epochen eingeladen. Zur Zeitreise gehört natürlich die Standorttreue von „ Lilly Marlene “ an der Laterne, Hier mal nicht gesungen, sondern nach „Heinrich Heine, Robert Schumann und Heinz Erhardt.“ Sabine Hollefeld stellt die „Lilly“ in eigener Fassung als Rap vor.

Auch die Sprache ändert sich ständig wie „Dudelinchen“ (Steffi Windhoff), als kleine Schwester vom großen Duden aufzeigt. „Der Duden weiß alles besser. Nur Buchstabensuppe und russisch Brot gibt’s bei uns. Da geh ich doch lieber zu ,Brocky‘ oder noch besser ins Digital“.

Die Frauen mit dem losen Mundwerk lassen kein Thema aus. Im gentechnischen Labor „basteln“ sie locker den „perfekten“ Nachwuchs. Ein bisschen hiervon, ein wenig davon. Am besten gleich so geboren: Sofort 16, erzogen und voll ausgebildet.

In van Gogh`s lebenden Bild „Kartoffelesser“ müssen sich die Fünf selbst einen Lacher verkneifen. Was war da wohl der Auslöser? Als tätowierte Rentnerinnen mit E-Bike und Kenntnissen über das Frisieren der Bikes brillieren sie „up platt“. Susanne Anders und Sabine Hollefeld sind stets mit ausdrucksstarker Mimik präsent. Ihre Patentidee: „Wir lassen uns die Pflegeanleitung gleich auf den Körper tätowieren, dann läuft später nix falsch“.

Heike Knief am Klavier erwischt das volle „Helene Fischer Fieber“. Und das als Konzertpianistin! Also ab in die Therapie. Geheilt – doch jetzt hat sie der Andrea Berg Virus erwischt. Voller Witz, Spaß und auch Spannung vergeht die Zeitreise in die Vergangenheit. Vielleicht kann man ja als nächstes Programm den Blick in die Zukunft erwarten? „Wo nehmen die immer wieder die Ideen her“ fragt man sich.

Hoffentlich sprudeln diese auch weiterhin so kreativ. Denn viele Fans, kommen Jahr für Jahr zu „Dietutnix“.