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„Peter Pan“ feiert Freilichtbühnen-Premiere / Kinder entern in der Pause „Jolly Roger“




Peter Pan / Bild: WN - Westfälische Nachrichten - Alfred Riese

18. Mai 2015

Die Freilichtbühne Reckenfeld wurde ihrem guten Ruf in Sachen Kinderstücke am Sonntag mit der Premiere von „Peter Pan“ ein weiteres Mal gerecht. Das Risiko, das Regisseurin Lara Goldstein mit so vielen Kindern wie noch nie, auch in Sprechrollen, auf der Bühne eingegangen war, hat sich gelohnt: Die 40 Darsteller ab fünf Jahren sorgten knapp anderthalb Stunden lang (mit 20 Minuten Pause) für viel Spaß, starke Gefühle, mitreißende Momente, einige Überraschungen und ein ganz klein bisschen Grusel mit Peter Pans berüchtigtem Gegenspieler Käpt’n Hook.

Die Geschichte um den Jungen, der nicht erwachsen werden will, die verlorenen Kinder auf der Insel Nimmerland, den ach so fies tuenden aber doch nur liebebedürftigen Piratenkapitän und seine Mannschaft begeisterte seit dem ersten Auftreten in James Matthew Barries Geschichten 1902 Generationen von Kindern und Erwachsenen. Der Stoff über Mutterliebe und Freiheit, über Feen und die Macht der Fantasie findet sich in Musicals, Zeichentrick- und Realfilmen.

Lara Goldstein und ihr Ensemble mit mehr Kindern als Erwachsenen setzten die Geschichte mit den Mitteln einer Freilichtbühne unterhaltsam und mit viel Witz um. Da flog die Fee Tinker Bell Glöckchen klingelnd als grün angemalte Barbiepuppe durch die Luft am Lampionstab von Patrick Glatzel, der ihr im grauen Gewand Ausdruck verlieh.

Lukas Finke als Peter Pan drückte dessen Hin-und-her-gerissen-sein zwischen der Sehnsucht nach der Mutterliebe und der Freiheit in Nimmerland mit Körper und Gesicht aus. Hannah Kamp als Kind Wendy konnte nicht nur Peter Pans verloren gegangenen Schatten wieder annähen, sondern auch sonst gut die Mutterrolle für die verlorenen Kinder spielen. Und dass man mit Käpt’n Hook (Ralf Münsterkötter) trotz Hakenhand und großem Getue eher Mitleid haben muss, erkannten auch kleine Zuschauer.

Die rasche Entwicklung der Handlung, der flotte Wechsel zwischen lustigen, traurigen und ein bisschen ernsten Szenen, Feenstaub-Fliegerei auf Erwachsenenschultern, ein zum tickenden Krokodil umgetuntes Go-Kart und vor allem die junge Besetzung bilden zusammen eine liebenswerte Inszenierung, die viele Zuschauer verdient hat. Und ein wunderbares Kontrastprogramm zum Kinderkanal oder Schlimmerem im TV.

In der Pause machten sich gleich einige Kinder aus den Zuschauerbänken daran, Szenen nachzuspielen und das Piratenschiff „Jolly Roger“ zu entern. Und am Ende ließen sich zu Recht mächtig stolze kleine Darsteller erst einmal von ihren Mamas und Papas drücken. „Mal etwas anderes“, „toll gemacht“, „cool“ lauteten erste Kommentare.



Quelle:
WN.de: „Peter Pan“ feiert Freilichtbühnen-Premiere / Kinder entern in der Pause „Jolly Roger“ WN.de

Interne Infos:
Peter Pan Peter Pan




Gallerie:

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