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Fundus der Freilichtbühne: Nicht nur für Narren




Fundus der Freilichtbühne / Bild: WN - Westfälische Nachrichten

26. Januar 2015

Ein ausgefallenes Kostüm nicht nur zur Karnevalszeit? Der Fundus der Freilichtbühne verleiht Originelles in allen Größen und für jeden Geschmack.

Die Karnevalszeit ist da, und damit steht eine wichtige Frage für echte Karnevalisten an: „Wie oder als was verkleide ich mich?“ Zwei Teenager, die sich an diesem Samstagnachmittag im Fundus der Freilichtbühne in Reckenfeld umschauen, sind total unentschlossen. Soll es Pippi Langstrumpf sein oder lieber ein Bienenkostüm?

Was für Karnevalsmuffel überhaupt kein Thema ist, kann einen echten Jecken schon zum Grübeln bringen. Da werden Prospekte und Karnevalskataloge gewälzt, Fachgeschäfte besucht. Oder – man geht einfach mal in den Fundus der Freilichtbühne und sucht sich aus dem riesigen Sortiment etwas aus.

So wie Annette Alibrandi aus Greven. Sie kennt den Fundus schon lange und hat bisher immer etwas gefunden. In diesem Jahr ist es ein fesches Dirndl und als Zusatz noch ein Charlestonkleid mit Zubehör. Eine gebürtige Emsdettenerin, die jetzt in Hessen wohnt, schaut ebenfalls immer im Fundus vorbei. In Hessen ist karnevalsfreie Zone, daher zieht es sie jedes Jahr nach Emsdetten, wo sie bei den Westumer Schützen im Elferrat sitzt. Als was sich die Elferräte in diesem Jahr verkleiden, verrät sie natürlich nicht. Aber das passende Kostüm ist im Fundus vorhanden.

Das Ehepaar Thomas und Anke Muesmann aus Nordwalde ist zum ersten Mal da. Die beiden wissen genau, was sie wollen – ein Mönchskostüm und ein Kleid im mittelalterlichen Stil. Aber nicht für Karneval : „Wir gehen zu einem Krimidinner, das in dieser Zeit spielt, und dazu müssen wir entsprechend gekleidet sein“, verrät Thomas Muesmann.

Ein anderes Paar braucht ein Nonnen- und ein Pastorenoutfit aus alter Zeit. „Die Nonne können Sie in die Waschmaschine stecken, das andere Kostüm aber nicht, das müsste bei Verschmutzung gereinigt werden“, gibt Claudia Peters , die den Bühnenfundus verwaltet, entsprechende Tipps. Sie steht allen Fundusbesuchern hilfreich zur Seite und kassiert den Obolus für das Ausleihen. Mit diesen Einnahmen werden Stoffe für neue Kostüme gekauft. Jedes Jahr kommt da so einiges zusammen, was neu genäht werden muss – manchmal bis zu 80 Kostümen pro Theaterstück.

Doch es kommen nicht nur Leute vorbei, die etwas ausleihen wollen. Ein Mann, Hosenträger in der Hand, huscht herein. „Könnten Sie die brauchen? Es sind teilweise folkloristische Hosenträger. Claudia Peters nimmt solche Spenden gerne an. Das weiß auch Angelika Paral aus Greven. Sie hat der Bühne schon mehrere Kostüme geschenkt. Ihre Mutter hat fleißig für die Enkel genäht, und sie selbst hat nicht viel mit Karneval am Hut. Aber ihr Mann, der trägt jedes Jahr zu Karneval in der Schule eine Kapitänsjacke, und die hat sie versehentlich mit abgegeben und holt sie nun wieder ab. „Aber in zwei Jahren, da kann sie endgültig an der Bühne verbleiben.“ Ausgefallene Kleidung, die nicht alltäglich ist, Hüte oder auch mal Pumps oder deftiges Schuhwerk – all so etwas wird in gutem Zustand noch gerne genommen. Es werden immer mal wieder Theaterstücke gespielt, wo man zeitgebundene Kleidung braucht.

Bis jetzt hält sich der Andrang im Fundus in Grenzen. Da kennt Claudia Peters ganz anderes Gedränge um diese Jahreszeit. Entweder kaufen sich manche Leute Kostüme oder, wie Claudia Peters „befürchtet“, kommen die Leute relativ kurzfristig vor den Umzügen und den Sitzungen, die jetzt vermehr stattfinden. Noch ist eine große Auswahl an Kostümen da, und Besuchern steht die Leiterin des Fundus gerne zur Seite.

Am Ende der Öffnungszeit haben auch die beiden Teenager ihre Kostüme gefunden. In einem bunten 70er Jahre Minikleid und im Pippi Langstrumpf-Outfit wird gefeiert.



Quelle:
WN.de: Fundus der Freilichtbühne: Nicht nur für Narren WN.de

Interne Infos:
Kostümfundus Kostümfundus




Gallerie:

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