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Einfach nur heiter – Musical-Premiere an der Freilichtbühne




Schlager lügen nicht

9. Juni 2014

Leicht und heiter ist das Musical „Schlager lügen nicht“, dass jetzt an der Freilichtbühne Greven-Reckenfeld Premiere feierte. Das Ensemble nahm sein Publikum auf den ausverkauften Bänke mit auf eine musikalische Zeitreise in die 1970er Jahre. 17 Hits dieser Zeit zum Mitsingen hielten die Stimmung hoch.

Das leichte und heitere Sommer-Musical der Freilichtbühne hat das Potenzial, an den Dauererfolg der „Ladys Night“ anzuknüpfen. Die Premiere von „Schlager lügen nicht“ geriet am Freitagabend unter freiem Himmel, bei sommerlichen Temperaturen und ohne den befürchteten Gewitterguss zu einer Party mit jeder Menge Gegiggel, Gepfeife und Mitsingen . Zur zweiten Zugabe tanzte die erste Reihe der Zuschauer, gefühlt um 40 Jahre verjüngt, vor der Bühne.

Die Handlung der musikalischen Zeitreise zurück in die 1970er Jahre ist einfach gestrickt wie ein Schlager und schnell erzählt. Mit 17 Hits aus dem Jahrzehnt, in dem das Farb-TV mit Fernbedienung die Wohnzimmer eroberte, entsteht ein zweieinhalbstündiger Rücksturz in eine Zeit, die jeder über 40 ins Gehör eingebrannt hat.

Mutter Maria (Cathrin Herkt mit Betonfrisur) und Tochter Doro (Lea Bröker mit stets zu kurzem Rock) gewinnen einen Trip nach Mallorca , wo gerade Peter-Helmut Bock (ein wunderbar öliger, Intrigen spinnender Klaus-Dieter Niepel ) seine Schlagerparade moderiert. Den beiden Frauen wird von der Journalistin Julia (Christina Gauselmann mit Raubtierblick) und dem Fotografen Berger (dem mit seinem Beruf hadernden Ulrich Teitz) eine Affäre mit Schlagerstar Dieter Kern (Sebastian Horstmann mit viel Schmalz nicht nur im Haar) angedichtet. Vater Richard („Bei dir piept‘s wohl“-Ansgar Kuper) und Doros Freund Jürgen (Niklas Bieling in der Drei-Streifen-Trainingsjacke) fliegen hinterher, stellen ihre Frauen zur Rede und alles wird – weil es ja Schlager ist – – gut.

Der Funke der unbeschwerten Heiterkeit sprang sofort beim ersten „Wann wird‘s mal wieder richtig Sommer?“ über. In der ersten Reihe summte der Sozialdemokrat Christian Kriegeskotte sogar das „und Schuld war nur die SPD“ mit. Auch optisch ein Leckerbissen das Duo Ulla und Björn (Ulrike Wittkopp-Erdmann im schreiend bunten Hosenanzug und Christoph Volkert wie frisch von Hawaii). Schlagerstar Kern, der irgendwie wie Rex Gildo aussah, stand die Sing- und Spielfreude nicht nur bei der „Fiesta Mexicana“ ins Gesicht geschrieben.

Affären und Intrigen, natürlich eine ordentliche Portion Klischees über sensationsgeile Presse, Auto fahrende Frauen und saufende Stars, Disco-Girls in silbernen Kurzkleidern und Tanzgruppen in Ponchos: Die Freilichtbühne brannte ein wahres Feuerwerk der Nostalgie ab. Der Spaß, den die Truppe unter der Regie von Frank Meinecke gehabt haben muss, zeigte sich auch in vielen liebevoll gestalteten Details. Da schmeckt den älteren Damen der Kaffee auf Mallorca nicht, da weckten Werbespots mit Clementine und dem neuen Manta auf der Großleinwand Erinnerungen, der „Sex“ wird mit weichem „S“ gesprochen. Eingefrorene Szenen im Wohnzimmer, während nebenan die Schlagerparade läuft, sorgten für Tempo in der Inszenierung.

Gesanglich präsentierten sich die Darsteller allesamt auf der Höhe, mit Ausreißern nach oben von Sebastian Horstmann und Klaus-Dieter Niepel. Insgesamt hätte das Ensemble so auf Tournee gehen können – wenn es nicht von seinem begeisterten Premierenpublikum für zwei Zugaben auf der Bühne gehalten worden wäre. Bemerkenswert dabei: Auf den Bänken nahmen auch junge Paare Platz, Omas mit Grundschulkindern, Mütter mit Töchtern im Teenageralter.

Wer heute bei WDR 4 nicht sofort wegschaltet, dem sei „Schlager lügen nicht“ auf der Freilichtbühne in Reckenfeld ans Herz gelegt. Es wird aufgehen.



Quelle:
WN.de: Einfach nur heiter – Musical-Premiere an der Freilichtbühne WN.de

Interne Infos:
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Gallerie:

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