Der Broadway lag am Samstagabend nicht in New York – sondern in Reckenfeld. Der Glanz des großen Showbusiness strahlte über der Freilichtbühne bei der Open-Air-Night der Musicals. Ein ausverkauftes Haus an einem lauen Sommerabend waren die schönste Belohnung für Schauspieler, Sänger und die vielen Akteure im Hintergrund.

Der Broadway lag am Samstagabend nicht in New York – sondern in Reckenfeld . Der Glanz des großen Showbusiness strahlte über der Freilichtbühne bei der Open-Air-Night der Musicals. Ein ausverkauftes Haus an einem lauen Sommerabend waren die schönste Belohnung für Schauspieler, Sänger und die vielen Akteure im Hintergrund. In ihrer Begrüßung blickte Viola Niepel zwar noch kurz auf die Sorgen der vergangenen Tage zurück: „Wir haben keinen Wetterdienst und keine Wetter-App ausgelassen und uns immer die beste Vorhersage ausgesucht.“ Aber am Samstag hatten sich alle Wolken verzogen. Glitzernd, glamourös, grandios, so war der Abend in Reckenfeld.

Über drei Stunden zauberten die Akteure einen Musicalreigen auf die Bühne, Moderatorin Marjorie Hagenbeck kündigte 30 Songs und Stücke an. Von Superhits des Genres wie Jesus Christ Superstar bis zu weniger bekannten Stücken, die aber nicht weniger begeisterten. So zeigte der Song Little Mary Sunshine aus dem Musical Reefer Madness (deutscher Titel: Kifferwahn!) die Verwandlung des braven Mädchens Mary ( Svenja Niepel ) in eine peitschenschwingende Leder-Domina. Tja, das kommt davon, wenn man die speziellen Zigarettchen des ausgewiesenen Schluffis (Stefan Erdmann) zu tief inhaliert. Ganz majestätisch zeigte sich Svenja Niepel dagegen als Kaiserin Elisabeth, die aus einem überdimensionalen Bilderrahmen auf die Bühne trat und „Ich gehör nur mir“ anstimmte. Richtig dramatisch wurde es in dem Auszug aus Jekyll and Hyde, in dem Klaus-Dieter Niepel den zerrissenen Charakter auf die Bühne brachte, unterstützt von eindrucksvollen Lichteffekten. Auch die weiteren Akteure überzeugten: Etwa Wiebke Daeumer als Evita, Michael Niepel in Käfig voller Narren, Neele Niepel als Spinne Thekla (Biene Maja) und viele weitere Schauspieler in den Massenszenen.. Einen Sonderapplaus hat sich sicher Gudrun Maslanka für die fantastischen Kostüme verdient, wie sich überhaupt die gesamte Produktion nicht hinter professionellen Inszenierungen verstecken muss, sondern in vielen Details witziger und liebevoller wirkte als so manches Tournee-Ensemble.

Die Open-Air-Night der Musicals hatte nur einen einzigen Fehler: Sie war in dieser Spielzeit der Freilichtbühne eine einmalige Sache. Schade: Die aufwendige Produktion hätte eine weite Aufführung verdient.