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Umfrage zu „Zum Sterben schön“: Lustig, aber fernab der Realität




Zum Sterben schön

10. Oktober 2017

Was halten echte Bestatter eigentlich davon, wie ihre Zunft im Stück „Zum Sterben schön“ auf der Freilichtbühne dargestellt wird? Eine Umfrage unserer Zeitung (WN) klärt diese Frage.

Die Freilichtbühnensaison ist vorbei, die Planungen für das kommende Jahr laufen. Die Bilanz fiel überaus positiv aus.

Mit dem Theaterstück „Zum Sterben schön“ nahm die Bühne in diesem Jahr eine Komödie ins Programm, zu der auch Grevener und Emsdettener Bestatter eingeladen wurden. Die Idee dazu hatte Dr. Stefan Erdmann, selbst Bühnenmitglied.

 

Bestattungsunternehmen Anton Verlage

Für das Bestattungsunternehmen Anton Verlage aus Greven berichtet die Bestatterin Corinna Hermsen: „Unser Chef nahm die Einladung der Bühne zum Anlass, das gesamte Team mit Partnern einzuladen. Wir hatten einen tollen Abend und mussten auch oft herzlich lachen“. In dem Stück habe es auch einige Details gegeben, die durchaus an die Realität erinnern. „Die anderen Situationen waren vollkommen und auch gewollt überzogen, so wie es bei einer Komödie eben sein soll. Unser Berufsstand wurde dabei oft auf die Schippe genommen. Mir sind dabei die Tränen vor Lachen gelaufen“, berichtet sie.

Bei einigen Szenen, etwa der Bestattungsszene mit einer Gondel nach „Phantom der Oper“, fragte sie sich, wie man bitteschön auf so eine Idee kommt. „Für ein Theaterstück lustig, aber vollkommen an der Realität vorbei. Die Würde des Verstorbenen steht an erster Stelle und ist für ein Bestattungsunternehmen bei so einer Zurschaustellung eindeutig verletzt.“

 

Nicht alltägliche Wünsche …

Allerdings werden Bestatter auch immer mal wieder mit nicht alltäglichen Wünschen konfrontiert, wie bei der Bestattung eines Travestiekünstlers. Die Dekoration der Trauerhalle, der Blumenschmuck, die Urne, die Trauerrede und die Musik waren auf ihn abgestimmt, berichtet die Bestatterin. „In so einem Fall kommt es darauf an, sich mit allen Beteiligten abzustimmen, um den Verstorbenen und die Hinterbliebenen vor unfreiwilliger Komik zu schützen“, betont Corinna Hermsen.

„Eine Beisetzung soll nicht zur Show verkommen“, so sieht es auch Christoph Meinigmann vom Bestattungsunternehmen Schulte Austum in Emsdetten. „Die Bestattungskulturen haben sich schon gewandelt. Das bringen schon die unterschiedlichen Kulturen mit sich, die hier mittlerweile leben. So ist eine hinduistische Bestattung ganz anders und auch aufwendiger. Sie wurde per Livestream nach Indien übertragen.“ Meinigmann berichtet, dass auch schon mal Angehörige einen Sarg selbst gestalten oder ein Trauerredner Farben mitbringt. Der Verstorbene war Lehrer und Familie sowie seine Schüler brachten ihren Handabdruck auf den Sarg auf. „Aber diese besonderen Gestaltungen eines Sarges sind kein Trend. Eher haben Sargbeilagen wie Fotos, Heimaterde und so weiter zugenommen.“

Selbst wenn das, was bei „Zum Sterben schön“ gezeigt wurde, nur wenig mit der Realität des Bestatter-Berufes zu tun hat – für Corinna Hermsen war die Aufführung dennoch ein Erlebnis. „Die Darsteller der Freilichtbühne waren großartig und die Bühne hat ihre Aufgabe hervorragend erfüllt und den Zuschauern einen tollen, unterhaltsamen Abend geboten.“



Quelle:
WN.de: Umfrage zu „Zum Sterben schön“: Lustig, aber fernab der Realität WN.de

Interne Infos:
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Gallerie:

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