Musikalische Beiträge mit hintergründigen und witzigen Texten, wechselten mit Ausflügen in die unterschiedlichsten Lebensbereiche. Der Mix aus den „Best of“ hatte es in sich und „Dietutnix“ bewiesen einmal mehr, dass sie ihr Programm nicht herunterspulen, sondern mit echter Spielfreude bei der Sache sind. Am Ende haben sich zwar die nicht überdachten Plätze etwas gelichtet doch die „ganz Harten“ dort hatten sich gut gegen den Regen präpariert und blieben bis zur letzten Zugabe. „Wahnsinn“ lobt Sabine Hollefeld das Publikum.

Zwei ausverkaufte Vorstellungen: Nichts anderes kennen die fünf Frauen von „Dietutnix“, wenn sie auf der Freilichtbühne in Reckenfeld auftreten und am Ende ein begeistertes Publikum entlassen.

Der Flug von Brasilia nach Reckenfeld mit Samba­rhythmen sollte wohl für trockenes Wetter bei ihrem Auftritt. Das funktionierte zwar am Samstag, doch am Freitagabend ließ sich der Wettergott nicht bestechen. Kurz vor der Pause kam der erste dicke Regenschauer dem die Zuschauer standhaft trotzten. Bis dahin hatten die Kabarettistinnen mit ihren Glanzlichtern aus zehn Jahren „Dietutnix“ massive Angriffe auf die Lachmuskeln gestartet.

Ingrid Helmers wurde in ihrer Rolle als Bundeskanzlerin Angela Merkel sofort erkannt. Beim Geburtstagskaffee quasseln die Damen munter über kuriose Auftrittsorte. „Wir haben schon Bühnen in Grund und Boden gespielt, doch mit dem Emsdettener Krankenhaus haben wir nichts zu tun“.

Lokales kommt an, der Applaus zeigt es. 26 879-mal wurden bei nur einer Person die Schuhe gewechselt, verraten sie und oft bleiben 10 Sekunden zum Umkleiden. Mit dieser kurzen Umkleidezeit kamen sie beim Auftritt auf der Freilichtbühne allerdings im zweiten Teil der Show am Freitag nicht aus. Die Klamotten waren aufgrund des Regens klamm, Ausrutscher hinter der Bühne waren nicht zu vermeiden.

Aber Life ist Life, und die gestandenen Damen kann das eh nicht aus dem Konzept bringen. Viele Highlights aus zehn Jahren Kabarettgeschichte lassen die Zuschauer in Erinnerung schwelgen. „Das kenn ich“ ist oft zu hören. Offensichtlich sitzt hier eine eingeschweißte Fangemeinde. Doch einige Beiträge aktualisiert wie in der Szene mit den Göttinnen Hera und Athene deutlich wird. Beim Olymp ist der Lack ab, wie Athene, modern wie sie ist, auf dem Tablet sehen kann. Sie ist politisch voll auf dem Laufenden. „Der Ku-Klux-Klan ist ins weiße Haus eingezogen. Weltweite Krisen wie die in Korea und die Eskapaden von Putin und Erdogan gehen gar nicht. Man sollte den Saustall weltweit ausmisten“ so der Tenor der Göttinnen. „Aber was nützt es, die Schweine bleiben ja drin“ vermuten sie. Deutliche Worte die beim Publikum natürlich gut ankommen.

Der märchenhafte Auftritt mit Schneewittchen, Aschenputtel und anderen Märchengestalten hatte es ebenfalls in sich. Der Rotkäppchen Pflegedienst hat nur zwei Minuten zur Pflege der Großmutter , und Schneewittchen wird von den Zwergen als billige Arbeitskraft ausgenutzt. Nicht nur da kullerte so mache Lachträne die Wangen herunter. Wobei sich diese auf den nicht überdachten Plätzen mit den zwischendurch fallenden Schauern mischten.