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Laien-Darsteller muss ersetzt werden: Die Tragödie vor der Premiere




Jan Cunen

14. Juni 2013

Wenn sich an diesem Abend auf der Freilichtbühne erstmals der imaginäre Vorhang für „Romeo und Julia“ öffnet, haben die Macher der Reckenfelder Inszenierung des Shakespeare-Klassikers schon eine Tragödie hinter sich. Kurz vor der Premiere verunglückte Tybalt-Darsteller Oliver Elsner bei einer Probe und verletzte sich dabei so schwer am linken Fuß, dass seine Rolle umbesetzt werden musste.

 

Es passierte am 4. Juni, keine zwei Wochen vor der ersten Vorstellung: Oliver Elsner stürzte unglücklich. „Als er da lag und mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden musste, war das für alle ein Schock“, berichtet Yvonne Grüner, die mit Patric Sohrt die Regie führt. Aber die Show musste weitergehen. „Der Knöchel war gebrochen, die Bänder waren durch – da war uns schnell klar, dass ein neuer Spieler die Rolle des Tybalt lernen musste.“ In gerade mal eineinhalb Wochen.

 

„Wir hatten dann recht schnell entschieden, dass es jemand aus dem Ensemble sein musste“, blickt Grüner auf die Überlegungen nach dem Unfall zurück. Die Wahl fiel auf Jan Cunen, der eigentlich in einer kleineren Rolle bei den Montagues mitspielen sollte. „Er musste nun die Familie wechseln, außerdem neue Tänze, neuen Text und neue Gänge lernen.“ Kampftraining hatte der 17-Jährige bereits absolviert. „Aber wir mussten das noch mal intensivieren, wegen des Messerkampfes mit Mercutio“, erklärt die Regisseurin. Trotz zwei Extra-Terminen wegen der Umbesetzung hatte Cunen nur acht Proben, um sich in seiner neuen Rolle einzufinden.

 

Da ist es nur verständlich, dass dem 17-Jährigen, der 2010 als starker Adolf in „Pippi Langstrumpf“ erstmals auf der Bühne stand, vor der Premiere ein wenig die Nerven flattern. „Das ist meine vierte Sommersaison – aber es ist das erste Mal, dass ich nervös bin“, verrät er. Nicht mal wegen des Texts, der Laufwege oder der Kampfszenen. „Die waren zügig drin“, sagt Cunen. „Das Schwierigste für mich war die Stimme, das richtig Aggressive aus mir herauszuholen.“ Wenn Cunen den Tybalt spielt, ist übrigens auch ein bisschen Elsner dabei. „Ich nehme viel von dem mit, was Olli in die Rolle eingebracht hat“, betont der DJK-Fußballer. „Die Proben mit ihm haben tierisch Spaß gemacht und ich hoffe, Olli würdig zu vertreten.“

 

Der drückt seinem Nachfolger für die heutige Premiere beide Daumen. „Ich bin froh, dass er kurzfristig eingesprungen ist und hoffe, dass er ebenso viel Gefallen an der Rolle findet wie ich“, sagt Elsner, der so gerne selbst mitmachen würde. „Als klar war, dass ich nicht mehr spielen konnte, war ich am Boden zerstört. Genau wie meine Schauspielkollegen habe ich mein Herzblut in das Projekt gesteckt. Nicht mit ihnen auf der Bühne zu stehen, wird sicher sehr hart.“ Aber das verspricht er: „Ich werde meine Kollegen so oft zu unterstützen, wie es meine Genesung zulässt.“ Nach seinem Unfall wird er eines aber wohl nicht – Cunen für die Premiere, wie es beim Theater üblich ist, Hals- und Beinbruch wünschen.



Quelle:
WN.de: Laien-Darsteller muss ersetzt werden: Die Tragödie vor der Premiere WN.de

Interne Infos:
Romeo und Julia
Jan Cunen


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