26. Juni 2015

Das handwerklich begabte Reckenfelder Bühnenbauer-Team um Erwin Maslanka hat in diesem Jahr insbesondere beim Bau des großen Piratenschiffes für „Peter Pan“ Kreativität bewiesen.

Die Schauspieler schlüpfen immer wieder in andere Rollen. Wie die Jahr für Jahr wechselnden Kulissen zeigen, ist aber auch die Freilichtbühne selbst extrem wandelbar. Dafür sorgt das handwerklich begabte Team um Erwin Maslanka , das insbesondere beim Bau des großen Piratenschiffes für „Peter Pan“ Kreativität bewiesen hat.

 

Ein großer Kahn …

Auf der „Jolle Rogers“ hat Kapitän Hook das Sagen. Nicht nur deshalb muss die Konstruktion, die angesichts ihrer Größe schon ein echter Hingucker ist, etwas hermachen. Zwölf Meter Länge misst der Kahn, auf dem bei den Vorstellungen eine ganze Menge los ist. Zu diesem Zweck haben die Bühnenbauer ein drei mal acht Meter großes Deck gezimmert, das ausreichend Platz für die Darsteller bietet und sogar über eine ausziehbare Planke verfügt. „Es ist einfach schöner, wenn auf mehreren Ebenen gespielt werden kann“, findet Maslanka, der in diesem Jahr als Ansprechpartner für die Regisseure fungiert.

Der frisch gebackene Ruheständler hat viele Stunden in das Piratenschiff investiert – im Internet nach möglichen Vorbildern gesucht, Baupläne entworfen und schließlich mit seinen Kollegen von der Freilichtbühne gewerkelt. „Hätte ich die Zeit nicht gehabt“, gibt Maslanka zu, „wäre es nicht so groß geworden.“ Fünf Wochen lang hat das Bühnenbau-Team jeden Tag an dem Projekt ge- und dabei 6000 Schrauben mehr als in anderen Jahren verarbeitet.

In der „Jolle Rogers“, einer in Richtung der Zuschauer verkleideten Konstruktion, die hauptsächlich aus handelsüblichen Dachlatten und einigen Sperrholzplatten besteht, steckt aber noch wesentlich mehr. Die ersten acht Reihen der Tribüne wurden nämlich zur laufenden Sommer-Saison erneuert und die alten Bänke in den Kulissen verbaut, genauer gesagt im Schiff. Und dann sind da noch zwei Segelmasten, die sechs und sieben Meter in die Höhe ragen. Hierbei handelt es sich um zwei Birken, die vor einiger Zeit noch in dem kleinen Wäldchen um den Zuschauerraum standen. „Sie mussten sowieso gefällt werden“, informiert Andreas Finke, der neben Kalle Peters, Marcus Berlin, Thomas Gänßler, Joachim Maslanka, Mathias Grohe, Holger Wiglinghoff sowie Christiane und Frank Meineke zu den fleißigen Helfern gehört. Die haben sogar einen kleinen Ausguck gebaut, der als Blickfang dient. An der Freilichtbühne wird eben nichts einfach weggeworfen, sondern weiterverwertet.

 

Darauf muss man achten …

Eine Sache, auf die die Bühnenbauer immer besonders achten müssen: Die Kulissen der verschiedenen Stücke müssen nicht nur den Vorstellungen der Regisseure entsprechen, sondern sie müssen auch miteinander kompatibel sein. Wer im vergangenen Jahr schon in den Genuss von „Schlager lügen nicht“ gekommen ist und sich das 70er-Jahre-Musical in diesem Sommer noch einmal anschaut, der wird eine Veränderung feststellen. 2014 hat sich das Geschehen vor allem auf der linken Seite der Bühne abgespielt, 2015 ist es die rechte Seite. „Und die Leinwand steht diesmal zentral“, erklärt Finke eine Notwendigkeit, die sich durch die aktuellen Stücke ergibt.

Weil das große Piratenschiff aus „Peter Pan“ natürlich nichts an der Hochschule für Performing Arts zu suchen hat, sind zweieinhalb mal fünf Meter große Trennwände auf Rollen ein ganz wichtiger Bestandteil der Kulisse für das Musical „Fame„. Wenn das Kinderstück auf dem Programm steht, kommen sie nur in einer Szene zum Einsatz, die zu Hause bei den Darlings spielt. Ansonsten gibt es freie Sicht auf das Prunkstück unter den diesjährigen Konstruktionen.

 

Quelle: WN.de